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Unberührte Natur: Die 16 Nationalparks in Deutschland

Hautnah die unberührte Natur erleben – das kannst du in den 16 Nationalparks, die sich vom Wattenmeer bis zu den Alpen über ganz Deutschland verteilen. Etwa 10.300 Quadratkilometer Land- und Meeresfläche zählen zu den Schutzgebieten, die nicht nur einen Rückzugsort für Wildtiere und Pflanzen, sondern auch tolle Freizeitmöglichkeiten für Wanderer und Ausflügler bieten.

Nationalpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist der älteste und damit auch erste Nationalpark Deutschlands. 350 Kilometer Wanderwege führen durch den unberührten Naturraum an der Grenze zum tschechischen Böhmerwald.

In den beiden Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein warten zudem einige besondere Attraktionen wie das rund 250 Hektar große Tier-Freigelände, der Baumwipfelpfad mit tollem Ausblick über das Nationalparkgebiet oder die Steinzeithöhle, die Einblicke ins Eiszeitalter gewährt.

Nationalpark Berchtesgaden

Das Schutzgebiet Nationalpark Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich zeichnet sich vor allem durch hohe Berge, tiefe Täler und kristallklare Gebirgsflüsse aus. 260 Kilometer Wanderwege gilt es rund um Watzmann und Königssee zu entdecken. Im Sommer locken zudem zahlreiche Almen mit leckeren Schmankerln aus eigener Produktion.

Der Nationalpark Berchtesgaden teilt sich räumlich in zwei Zonen auf, eine Kern- und eine Pflegezone. In der Kernzone wird vollständig auf menschliche Eingriffe verzichtet und die Natur sich selbst überlassen. Die Pflegezone umfasst die traditionelle Almwirtschaft sowie Schifffahrt und Fischerei am Königssee.

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Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer ist nicht nur der größte Nationalpark zwischen Nordkap und Sizilien, sondern gleichzeitig auch Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UNESCO. Auf 4.410 Quadratkilometern leben hier typische Bewohner der Nordsee sowie insbesondere viele Schweinswale und Brandgänse.

Urlauber zieht es aber nicht nur wegen der Wattwanderungen durch den Nationalpark hier her, sondern vor allem auch wegen der vielen schönen Strände entlang der Nordseeküste, die im Sommer zum Badeaufenthalt einladen. Zu den beliebtesten Ausflugszielen im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer gehört außerdem die Seehundstation Friedrichskoog, eine Aufnahmestelle für verlassen oder erkrankt aufgefundene Seehunde und Robben.

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Das Wattenmeer, übrigens das zweitproduktivste Ökosystem der Erde nach dem tropischen Regenwald, ist besonders für seine reiche Tierwelt bekannt. Auf einer Wattwanderung kannst du Seehunde und Kegelrobben beobachten sowie zahlreiche Vogelarten wie Gänse, Enten und Möwen. Auf dem Meeresboden finden sich außerdem diverse Schnecken- und Muschelarten sowie Garnelen und Wattwürmer.

Geographisch befindet sich der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zwischen den Niederlanden und der Elbmündung. Zur 1986 etablierten Naturschutzzone gehören außerdem die unbewohnten ostfriesischen Inseln. 93 Prozent der 3.450 Quadratkilometer großen Nationalparkfläche liegen unter Wasser.

Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Im Gegensatz zu den anderen Nationalparks handelt es sich beim Hamburgischen Wattenmeer um eine vom Menschen geformte Landschaft. Im Mittelalter begannen die Bewohner der Region damit, die Nordseeküste mit Deichen vor Überflutungen und Sturmschäden zu schätzen. Noch immer befindet sich das Wattenmeer durch Gezeiten, Wind und Wellen im ständigen Wandel.

Die Schutzzone wurde 1990 gegründet und liegt rund 13 Kilometer vor Cuxhaven im Elbmündungsbereich des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Zum Nationalpark gehören außerdem die Marschinsel Neuwerk und die Düneninseln Scharhörn und Nigehörn. Rund 97 Prozent der 138 Quadratkilometer großen Fläche liegen unter Wasser. Seit 2011 gehört das Hamburgische Wattenmeer zudem zum UNESCO Weltnaturerbe.

Nationalpark Jasmund

Der berühmte Kreidefelsen Königsstuhl auf der Ostseeinsel Rügen ist das unbestrittene Wahrzeichen des Nationalparks Jasmund. Bei guter Sicht ermöglicht dir der 118 Meter hohe Felsvorsprung eine Sicht bis zur schwedischen Küste. Weiße Kliffs und hohe Steilufer ziehen jedes Jahr hunderttausende Besucher hier her, um bei einem Strandspaziergang nach versteinerten Austern, Schwämmen oder Seeigeln Ausschau zu halten. Ein besonderes Ereignis ist auch der jährlich im Herbst stattfindende Zug der Kraniche.

Der Nationalpark Jasmund wurde 1990 gegründet und umfasst das 30 Quadratkilometer große Areal zwischen den Städten Sassnitz und Lohme auf der Insel Rügen. Er ist damit der kleinste Nationalpark Deutschlands. Ein Großteil der Fläche entfällt auf den mit Buchenwäldern bedeckten Höhenrücken Stubnitz, der seit 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Vom Besucherzentrum in der Nähe des Künigsstuhls aus werden geführte Wander- und Biketouren angeboten.

Nationalpark Müritz

Der Nationalpark Müritz umfasst neben dem gleichnamigen See noch 99 weitere Seen der Region Mecklenburgische Seenplatte. Zwei Drittel des 322 Quadratkilometer großen Geländes sind mit Wald bedeckt. Besonders beliebt sind dank der vielen Seen vor allem gemütliche Kanufahrten, aber auch zu Fuß oder mit dem Rad lässt sich der Nationalpark bestens erkunden.

Vom 55 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Käflingsberg aus kannst du See- und Fischadler bei der Brut und Jagd beobachten. Außerdem machen Schwarzstörche und Kraniche auf ihrem Weg gen Süden Rast im 1990 gegründeten Nationalpark.

Nationalpark Sächsische Schweiz

Das wohl bekannteste Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, die sich rund 40 Kilometer südlich von Dresden an der tschechischen Grenze befindet, ist die über 190 Meter hohe Basteibrücke. Sie gewährt ihren Besuchern einen einmaligen Blick auf die sich durchs Tal windende Elbe sowie die zerklüfteten Felsformationen des Elbsandsteingebirges. Zu erreichen ist das Bauwerk über den berühmten Malerweg, den 1818 bereits Caspar David Friedrich beging, um auf dem Basteifelsen sein berühmtes Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ zu erschaffen.

Geschichtsinteressierte können am Ende der 76 Meter langen Basteibrücke Reste der mittelalterlichen Felsenburg Neurathen besichtigen. Wanderer und Kletterer dagegen sind begeistert vom 400 Kilometer langen Wegenetz durch den bergigen Nationalpark, der Mufflons, Rotwild und Gämsen als Rückzugsort dient und nicht zuletzt auch 16 der 24 deutschen Fledermausarten beheimatet.

Nationalpark Unteres Odertal

Die Flussauenregion Unteres Odertal bietet mit ihren Hangwäldern und Trockenrasen mehr als 160 Vogelarten einen perfekten Lebensraum. In der einzigen intakten Polder-Landschaft Deutschlands rasten und brüten Zugvögel wie der Wachtelkönig oder der Singschwan. Damit ist das Untere Odertal eines der artenreichsten Gebiete in ganz Deutschland.

Für Wanderer und Biker bietet der Nationalpark ein rund 120 Kilometer langes Netz an Deichwegen. Beliebt ist beispielsweise das durchführende Teilstück des Oder-Neiße-Radwegs. Zudem finden im Nationalparkzentrum in Criewen regelmäßig geführte Exkursionen statt.

Gemeinsam mit den angrenzenden polnischen Landschaftsschutzparks Unteres Odertal und Zehden bildet das Schutzgebiet den „internationalpark Unteres Odertal“.

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Bis zu 60.000 Graukraniche machen jedes Jahr im September Halt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Von den zahlreichen Beobachtungsplattformen nahe ihrer Schlafplätze aus, lassen sie sich wunderbar beobachten. Aber auch seltene Küstenvögel, Wildenten, Schwäne und Wildgänse schätzen das 805 Quadratkilometer große Areal. Ihnen bietet sich durch die „Windwatten“, die durch Wind entstehenden Trockenzonen im Brackwasser der Boddenketten, ein reiches Angebot an passender Nahrung.

Etwa 83 Prozent des 1990 gegründeten Nationalparks liegen unter Wasser. Auf einer Bootsfahrt kannst du mit etwas Glück Kegelrobben, Seehunde und Schweinswale beobachten. In den Waldflächen treffen Wanderer dagegen auf Rehe, Rothirsche oder Wildschweine.

Nationalpark Hainich

Der Hainich ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands und seit 1997 als Nationalpark ausgewiesen. Seit 2011 gehört er zudem zum UNESCO Weltnaturerbe.

Auf einem 530 Meter langen Baumkronenpfad durch die Wipfel der Bäume kannst du Schmetterlinge, Käfer, Spinnen, Fledermäuse und Spechte beobachten. Direkt unterhalb des Pfades laden die mittelalterlichen Reste der Thiemsburg Geschichtsinteressierte zu einem Besuch ein. Für Kinder gibt es zudem spezielle Erlebniswanderungen, in denen die dynamischen Prozesse des „Urwaldes mitten in Deutschland“ auf kindgerechte Weise erklärt werden.

Nationalpark Eifel

Im Frühjahr verwandelt sich der 2004 gegründete Nationalpark Eifel in ein wahres Meer aus gelben Narzissen. Aber die Schutzzone im Südwesten Nordrhein-Westfalens hat noch mehr zu bieten: Auf dem 85 Kilometer langen „Wildnis-Trail“ kannst du innerhalb von vier Tagesetappen den gesamten Park von den blühenden Wiesen und Nadelwäldern im Süden über die Seen- und Flusslandschaft bis zu den nördlichen Laubwäldern durchwandern.

Im Nationalparkzentrum Schleiden werden regelmäßig geführte Touren auf dem 240 Kilometer langen Wegenetz angeboten. Das rund 110 Kilometer große Areal ist über fünf Nationalpark-Tore passierbar, in denen diverse Ausstellungen Informationen über die 1450 bedrohten Tier- und Pflanzenarten des Nationalparks geben.

Da sich im Nationalpark immer noch gefährliche Glasminen aus dem Zweiten Weltkrieg befinden, sind einige Bereiche nicht passierbar. Die dort befindlichen Absperrungen sollten deshalb unbedingt ernst genommen werden!

Nationalpark Kellerwald-Edersee

Der 57 Quadratkilometer große Nationalpark Kellerwald-Edersee ist der größte zusammenhängende Buchenwald-Komplex Mitteleuropas und gehört seit 2011 zum UNESCO Weltnaturerbe.

Vor allem für Familien mit Kindern lohnt sich ein Ausflug, denn in der „Wildnis-Schule“ lernen die Kids vieles über das Waldschutzgebiet und können anschließend im Wildtier-Park die heimischen Tiere aus nächster Nähe beobachten. Bei einer Wanderung auf dem 68 Kilometer langen „Urwaldsteig“ kannst du zudem in drei bis sechs Tagesetappen den Edersee umrunden. Der 156 Kilometer lange „Kellerwaldsteig“ dagegen verbindet alle Ortschaften und Berge des nordhessischen Nationalparks miteinander.

Nationalpark Harz

Zentrum des Nationalparks Harz ist der 1141 Meter hohe Brocken, der an rund 300 Nebeltagen im Jahr die Chance bietet, optische Effekte wie das „Brockengespenst“, das Schatten überdimensional groß erscheinen lässt, oder Halos, Effekte durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen, zu bestaunen. Durch diesen Umstand und zahlreiche Geschichten rund um die Hexen des Blocksbergs wohnt dem Nationalpark Harz eine besondere Mystik inne.

Viele Besucher kommen aber in erster Linie zum Wandern in den 2006 gegründeten Nationalpark, der sich über Teile der Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erstreckt. Rund 95 Prozent der 247 Quadratkilometer großen Nationalparkfläche entfallen auf Fichten- und Buchenwälder. Ein besonderer Besuchermagnet ist das Schaugehege nahe Bad Harzburg, in dem du die hier ansässigen scheuen Luchse aus nächster Nähe beobachten kannst.

Nationalpark Schwarzwald

Der Nationalpark Schwarzwald wurde erst 2014 gegründet. Zu den besonderen Merkmalen einer der ältesten Mittelgebirgsformationen Europas zählen die sogenannten Grinden, Weideflächen in den Hochlagen.

Die 10.000 Hektar große Parkfläche kann auf mehreren Erlebnispfaden wie beispielsweise dem beliebten Luchspfad, auf dem Wanderer den Wald aus den Augen eines Luchses erleben, erkundet werden. Zudem laden zahlreiche Wanderwege und Bikestrecken dazu ein, den Nationalpark zu entdecken.

Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Der jüngste Nationalpark Deutschlands wurde im Mai 2015 eröffnet. In dem etwa 10.000 Hektar großen Wald finden unter anderem Wildkatzen, Schwarzstörche und Fledermäuse ein Zuhause. Der größte Teil des Nationalparks Hunsrück-Hochwald gehört zum Bundesland Rheinland-Pfalz, etwa ein Zehntel dagegen entfällt auf den Saarländischen Hochwald.

Das Wegenetz durch die Buchenwälder ist bereits gut ausgebaut. Zudem werden auch schon erste geführte Touren durch den Park angeboten, die touristischen Angebote sollen aber noch weiter ausgebaut werden.

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